Eleftherios Konstantakis: „Ich habe Künstlerfreiheit“

Eleftherios Konstantakis (47) wechselt im Sommer vom Co-Trainer-Posten des Fußball-Verbandsligisten FC Speyer auf die Chefstelle der zweiten Mannschaft (A-Klasse). Mit der RHEINPFALZ hat Elfeftherios über diesen Schritt gesprochen. Die wesentlichen Aussagen des Interviews drucken wir hier ab.

RHEINPFALZ: Sind Sie derzeit nach Cheftrainer Ralf Gimmy und Co-Trainer Andreas Backmann das dritte Rad am Wagen?

Eleftherios: Überhaupt nicht, Ralf kannte ich schon, wenn auch nicht als Kollegen in dieser Konstellation. Andreas bin ich ganz früher, wohl zu seiner Oggersheimer Zeit, mal über den Weg gelaufen. Ich mache mit 100 Prozent Motivation mit, bin top zufrieden, kann gar nichts über die beiden sagen. Ich bin froh, dass ich immer dazulerne. Wir haben alle die A-Lizenz, sind aber auf einem unterschiedlichen Niveau. Ich sehe interessante Sachen, die ich mitnehmen kann. Es gibt Vorgaben. Aber ich habe Künstlerfreiheit.

 

RHEINPFALZ: Sind Sie lieber allein verantwortlich?

Es ist wirklich fünfzig-fünfzig, ein Mix, von allem ein bisschen. Ich bin froh, dass ich wieder allein verantwortlich bin. Es ist aber alles abgestimmt. Ich bin nicht mehr in Altdorf-Böbingen, Maudach oder Waldsee.

 

RHEINPFALZ: Es gibt ein Konzept. Wie sieht dieses für die zweite Mannschaft aus?

Idee und Ziel sind eine U23, keine klassische zweite Mannschaft mehr. Ich arbeite sehr eng mit der ersten zusammen. Der Grundstein ist durch unser Kennenlernen gelegt. Wir haben eine sehr gute Jugendarbeit. Die A-Jugend spielt Regionalliga. Einige kommen raus. Fünf, sechs zählen zur Verbandsliga-Planung. Unsere Arbeit kann nur sein, die Ausbildung durch die U23 in die Verbandsliga zu tragen. In möchte Verbandsligaspielern im Training nach Verletzungen das gleiche Niveau bieten oder die A-Junioren heranführen.

 

RHEINPFALZ: Ist die A-Klasse ein Rückschritt?

Im vergangenen Jahr oder vor fünf Jahren hätte es eventuell einen Rückschritt bedeutet. Beim FC Speyer erlebe ich aber etwas, was ich weiter erleben möchte. Es ist definitiv ein Fortschritt. Das ist top wunderbar. Ich war sofort dabei. Die Klassenzugehörigkeit ist Nebensache.

 

RHEINPFALZ: Wer hat Sie angesprochen?

Matthias Richter, der für den Sport zuständige stellvertretende Vorsitzende, und Klaus Weber, der Sportliche Leiter der Aktiven. Das hat sich im Training und bei den Spielen so entwickelt. Nun war der richtige Zeitpunkt. Vielleicht war es schon vorher in den Köpfen drin. Innerlich habe ich sofort ja gesagt. Aber man soll immer noch mal drüber schlafen.

 

RHEINPFALZ: Was wird aus dem derzeitigen Trainer Paul Stumpf?

Sein Vorgänger Florian Birkle und er haben immer gute Arbeit geleistet. Sonst wäre die Mannschaft nicht aufgestiegen. Er bleibt in irgendeiner Funktion beim FC 09. Die Gespräche laufen. Meine Co-Trainer-Position ist auch noch offen.

 

RHEINPFALZ: Abgesagte Spieltage, bedrohte Schiedsrichter, was ist im griechischen Fußball, im Land Ihrer Wurzeln los?

Das war schon immer so. Fußball ist ein Sport der Mäzene. Familienclans haben im Sport und in der Politik das Sagen. Früher war es Panathinaikos Athen, nun Olympiakos Piräus. Da kommt keiner dran. Es gibt keine Änderung. Saloniki und die Vororte schaffen es höchstens mal in die Europa League.

 

RHEINPFALZ: Wer wird Deutscher Meister?

Letztendlich wird es Bayern. Ich hoffe, dass es knapp wird und Leipzig vielleicht am vorletzten Spieltag daheim gegen Bayern noch Chancen hat. Einige könnten Paroli bieten. Schön ist, dass Hoffenheim, Frankfurt, Hertha oben auftauchen.