Für Spieler ist Trikotwerbung nicht wichtig

Der 55-jährige Immobilienmakler Manfred Riegel ist seit Beginn dieser Saison wieder Hauptsponsor des FC Speyer 09. Der gebürtige Domstädter spielte in Geinsheim einst sogar in der Oberliga, betreute später mehrere Jugendteams und den ASV Harthausen als Trainer. Stephan Alfter hat vor dem Heimspiel gegen Tabellenführer SV Gonsenheim am Sonntag, 4. November, mit ihm über sein Engagement beim größten Speyerer Fußballverein gesprochen. Der Faktor Geld spiele in der Verbandsliga eine Rolle, so Riegel. Beim FC09 kann er sich ein langfristiges Engagement vorstellen.

Herr Riegel, sie waren selbst lange Jahre Fußballer in Speyer, Geinsheim und Dudenhofen. Können Sie sich noch daran erinnern, welches Firmenlogo Sie auf Ihrem Trikot trugen?

Das waren damals Unternehmen aus der Umgebung. Ich erinnere mich an Bechtel und Schmitt, Volk Fahrzeugtechnik oder Bauzentrum Schultz. Als Spieler habe ich es aber nicht als besonders wichtig empfunden, was auf dem Trikot stand.

Wenn Sie sich noch erinnern können, dann scheint Sponsoring in diesem Bereich ja tatsächlich im Kopf zu bleiben.

Was im Kopf bleibt, das ist nicht die Trikotwerbung, sondern die Verbundenheit zur Mannschaft, zum Trainer, zur Vorstandschaft oder zum Verein insgesamt.

Und dennoch: Riegel Immobilien hat sich über die Jahre einen ganz guten Ruf erworben und in der Region einen recht hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Wie weit reicht Ihr Tätigkeitsfeld von Speyer aus gesehen?

Wir sind hauptsächlich aktiv in einem Umkreis von zirka 150 Kilometer rund um Speyer. Aber: Wir vermitteln Immobilien etwa in Leipzig, Berlin, München und Frankfurt. Wir haben auch schon etliche Immobilien an und für Profifußballer vermittelt. Aber ich möchte eigentlich gar nicht so viel darüber erzählen. Das klingt dann immer so hochtrabend.

Ihr Verbreitungsgebiet ist deutlich größer als das Einsatzgebiet des FC Speyer 09 in der Verbandsliga. Wie sehr fiebern Sie mit der Mannschaft um Trainer Ralf Gimmy? Wie gelingt der Aufstieg in die Oberliga?

Leider ist es mir zeitlich nicht möglich, öfter bei den Spielen dabei zu sein. Ich verfolge das Spielgeschehen aber regelmäßig auf der Internetplattform Fußball.de. Wie der Aufstieg gelingen kann? Mit Kameradschaft, Disziplin und dem notwendigen Glück. Der Faktor Geld spielt aber auch in der Verbandsliga immer öfter eine entscheidende Rolle.

Sie hatten sich als Sponsor zwischenzeitlich mal verabschiedet beim FC09 und sogar Bandenwerbung in der Hoffenheimer Bundesliga-Arena gemacht. Warum sind Sie zurück gekommen?

Wir waren zwei Jahre im Sponsoring bei der TSG Hoffenheim tätig. Die Verbindung ist immer noch vorhanden. Währenddessen ist der Kontakt zum FC09 aber nie abgerissen. Trainer Ralf Gimmy, Ex-Finanzvorstand Jürgen Doser und vor allem zu Aufsichtsrat Dirk Borgartz sind Leute, mit denen ich stetig in Kontakt war und bin. Wir wollten uns in der Region noch breiter aufstellen.

Dietmar Hopp steht als Mäzen der TSG regelmäßig im Visier von Aktionen von Ultra-Gruppierungen. Sind sie als Hauptsponsor unseres Vereins auch schon mal angegriffen und beschimpft worden?

Nein, niemals. Dafür gibt es auch keinen Grund.

Ganz böse Zungen haben in der Vergangenheit nach Niederlagen schon mal behauptet, dass einzelne Spieler im Spiel so immobil wie ihre Trikots gewesen seien. Scherzhaft gefragt: Ist Immobilienwerbung vielleicht gar nicht der beste Trikotwerbung für einen Fußballer?

Wie gesagt: Ein Spieler macht sich weniger aus dem Trikot oder aus dem, was darauf zu lesen ist. Es geht eher um die Einstellung zum Spiel. Mein Spruch früher war immer folgender: „Wenn ich heute gegen mich selbst spielen würde, würde ich erst gar nicht auflaufen.“ Das sagt etwas über den Willen aus, mit dem ich meinem Gegner gegenübertreten will.

 Spaß beiseite: Können Sie sich vorstellen, den FC09 langfristig zu unterstützen?

Auf jeden Fall.

Sie selbst waren ein recht gewitzter Fußballer. Wie viel davon konnten Sie in ihr heutiges Tätigkeitsfeld retten?

Das ist eigentlich nicht zu vergleichen. Was aber überall zählt, das sind Tugenden wie Fleiß und Disziplin. Darum geht es im Leben oft.

Warum ausgerechnet Fußball? Der AV03 könnte vielleicht auch Unterstützung gebrauchen.

Der AV03 hat bisher nicht angefragt. Aber es gibt noch mehr Vereine, die wir unterstützen. Das sind beispielseise TC Dudenhofen, Weiss-Rot Speyer oder der ASV Harthausen, wo ich ja auch mal engagiert war als Trainer.

In höheren Ligen läuft der ganze Verein mit dem selben Trikotsponsor auf? Wäre das kein Ziel für Sie? Riegel Immobilien auf allen Trikots – von den Bambini bis zu den Erwachsenen. Mehr Bindung zu Speyer wäre ja kaum herzustellen für Spieler und Sponsor.

Über dieses Thema wurde seitens des Vereins bisher nie gesprochen. Es gibt schließlich auch andere Sponsoren, die sich engagieren beim FC09. Ich möchte da niemandem einen Platz wegnehmen.

Letzte Frage: Wo steht der FC09 mit der Ersten Mannschaft am Ende der Saison?

Ich sage zwischen Platz eins und Platz drei.