Geschenke aus dem Mittelfeld

Ein verrücktes, teilweise wildes Match hat im Sportpark am Sonntag in TuS Hohenecken einen nicht  unverdienten Sieger gefunden. Mit 3:2 siegten die Westpfälzer aufgrund so einiger Kalamitäten in der Abwehrreihe des FC09. Den Anfang vom Ende konnten die rund 150 Zuschauer schon in der 5. Minute sehen, als Spielertrainer Andreas Backmann am Mittelkreis ein Luftduell nicht für sich entscheiden konnte. Der Ball landete im Fuß von Danny Strohm. Aus 40 Metern überwand dieser FC09-Torhüter Sascha Rausch, der weit aufgerückt war  – 0:1.
Schon sechs Minuten später war Rausch erneut geschlagen. Eine Kopfballrückgabe Ugo Nobiles landete nach kurzem Ping-Pong- Spiel bei Lukas Kallenbach, der einschieben konnte. Mit einfachsten Mitteln, also lang geschlagenen Bällen hinter die Kette, brachte Hohenecken den FC09 ein ums andere Mal in Verlegenheit.
Wann würde der FC09 ins Spiel finden, war die entscheidende Frage? Zu wenige Aktionen wurden fußballerisch gelöst, Laufwege passten oft nicht.
Stets bemüht war das von Andreas Holdermann gecoachte Team ab der 25. Minute. Mehr Ballbesitz und Kontrolle, aber kaum Effektives registrierten die Zuschauer. Ludwigshafen stand teilweise mit sieben Spielern auf einer Linie. Dahinter zu kommen, um in torgefährliche Bereiche zu gelangen, glückte nicht. Marvin Sprengling musste aufgrund von Übelkeit früh vom Platz, Milot Berisha war nicht richtig im Spiel und hielt oft zu lange am Ball. Nach 31 Minuten vergab er aus fünf Metern, nachdem sich Steven Knoblauch endlich mal auf der linken Außenbahn durchgesetzt hatte. Der urlaubende Sanel Catovic fehlte als Relais-Station, wo Christoph Gass und Nico Steigleider kaum richtige Impulse setzen konnten. Trotzdem gelang der Ausgleich: Der für Sprengling gekommene Rosario Vinciguerra servierte in den Fünfmeterraum, der nachgerückte Marc Thau konnte vollstrecken. Vor der Pause. Psychologisch der optimale Zeitpunkt.
Mitunter vogelwild gestaltete sich Hälfte zwei. Die FC09-Abwehr war zeitweise offen wie einen Scheunentor. Allein der gewiefte, aber abschlussschwache Herraldo Jorrin hätte für Hohenecken locker auf 4:1 erhöhen können. In mindestens zwei Fällen lief er mehr oder minder alleine auf Sascha Rausch zu, traf die Kiste aber nicht.
Ab Minute 70 ergriff das Holdermann-Team wieder die Initiative, initiierte über Mauri DeVico einen Angriff nach dem anderen über rechts. So gelang auch der zu diesem Zeitpunkt glückliche Ausgleich, den Berisha (71.) erzielte. Der FC09 drückte weiter, mit Steffen Burnikel war ein weiterer Stürmer in der Partie. Es sah aus, als könnten Backmann und Co. dem Match eine unerwartete Wende geben. Ein jähes Ende fanden diese Bemühungen, als Christoph Gass vom Mittelkreis aus einen Defensivball spielte, den Jorrin erlief und nun auch nutzte. In der Nachspielzeit hieß es nun 3:2 für Hohenecken. Die Mannschaft spendete Christoph Gass Trost, aber die drei Punkte fuhren mit in die Westpfalz.