AH: Mund abwischen – weitermachen.

Alle Fußballer haben das schon erlebt: Du gehst nach dem Spiel nach Hause, legst Dich ins Bett und
fragst Dich noch am nächsten Tag, wie das eigentlich passieren konnte? Mit sage und schreibe 0:4 hat
die Ü40-Mannschaft des FC09 am Samstag ihr Pokalspiel gegen die FG08 Mutterstadt verloren – eine
stabile Truppe ohne Frage. Aber 0:4?
Die Antwort in diesem Fall ist mit einem einzigen Wort erledigt: Es heißt Cleverness. Nicht zum ersten
Mal ist es der Mannschaft unter der Führung des Abteilungsverantwortlichen Stephan Alfter nicht
gelungen, das zweifellos vorhandene Potenzial in einen Pokalsieg umzumünzen. Dabei war am
Samstag ein einziges Tor entscheidend – nämlich das 0:1 in der 25. Minute. Unglücklich ist es gefallen
aus Sicht des FC09. Torhüter Steffen „Bugs“ Dietrich kam nicht konsequent raus, um den langen Ball
abzufangen, Abwehrspieler Frank Bertelsmeier zog den Kopf ein, weil er davon ausging, sein Keeper
fängt das Ding – und zwischen beiden steht ein vergleichsweise kleiner Stürmer des Gegners, der den
Ball mit dem Hinterkopf ins Tor lenkt. Herzlichen Glückwunsch.
Gabriel Cordero und Mauri Tolone hatten bis dahin eigentlich alles im Griff gehabt – da hinten. Es gab
ein Übergewicht im Mittelfeld, läuferisch war das Speyerer Team deutlich besser aufgestellt.
Mutterstadt hingegen stand mit bis zu vier Leuten in der Abwehr und suchte sein Heil in langen Bällen
nach vorne. Andreas Marx, Timo Habermehl und Stephan Alfter rannten sich dagegen fest. Thomas
Heuß hatte einige 1:1-Aktionen, doch Wesentliches sprang nicht heraus. Alfter köpfte über einen
Eckball über den Kasten, Habermehl verzog zwei Flanken, Cordero zielte neben das Tor.
Was bereits vor dem 0:1 nicht funktionierte, klappte später noch viel weniger. Mutterstadt hatte jetzt
das Spiel, das es wollte. Hinten stehen und abwarten, was passiert, wenn Speyer aufmacht. Damit
wäre das Match in der zweiten Hälfte bereits komplett beschrieben. Immer wieder versuchte die
Speyerer AH-Truppe, in der dann auch Marcel Kalf und Hassan Tabbouch zum Einsatz kamen, Angriffe
zu inszenieren. Eleftherios Konstantakis gewann wichtige Kopfduelle im Mittelfeld, aber alle Mühe,
den Ball im Gehäuse der Mutterstädter unterzubringen, scheiterten – teilweise sah das nach Slapstick
aus. Und so kam das, was kommen musste. Die Kraft ging irgendwann aus und Mutterstadt, das sich
zunächst auf das Verteidigen des knappen Vorsprungs konzentriert hatte, hatte Reserven. Drei
Kontersituationen, die aufgerückte Speyerer nicht mehr verteidigen konnten, entschieden die
Begegnung. Am Ende waren sich alle einig, dass das 0:4 nicht wirklich den Spielverlauf widerspiegelt,
aber zumindest auf Speyerer Seite war man sicher, dass dieses Spiel vor allem aufgrund fehlender
Souveränität, Abgezocktheit und Cleverness verloren gegangen war. An den fußballerischen
Fähigkeiten an sich hat es jedenfalls nicht gelegen. Bereits am Samstag ist Wiedergutmachung
angesagt: In Wachenheim steht um 16.30 Uhr das Ü40-Großfeld-Viertelfinale an. Hoffentlich mit
einem besseren Erwachen am Sonntagmorgen.
Text und Bild: Stephan Alfter
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Rüdiger Pfeiffer, Pressestelle FC Speyer 09